Historisches

1901 hatten die meisten Briten ihr Leben lang nur Victoria auf dem Thron gekannt. Unter ihrer Regenschaft erstreckte sich das Britische Empire über etwa ein Fünftel der bewohnten Welt. Ihre Untertanen (und nicht nur die!) hielten London für die wichtigste Metropole ihrer Zeit und die technischen Errungenschaften der Engländer im Zuge der Industriellen Revolution für beispiellos. An diesem Weltbild änderte sich nicht viel, als Edward VII den Thron bestieg.

Doch gleichzeitig gab es viele Veränderungen im alltäglichen Leben, die Anzeichen für die großen Umwälzungen waren, die bereits im 19. Jahrhundert ihren Anfang genommen hatten. Das Korsett bekam endlich einen bequemeren Schnitt und die Röcke verloren an Volumen. Automobile fuhren auf den Straßen neben Pferdekutschen, und es wurden Telefongesellschaften gegründet. Nicht nur in der erstarkenden Frauenrechtsbewegung und den Arbeitervereinigungen, sondern in der ganzen Gesellschaft gab es Vorzeichen dafür, dass die Welt sich grundlegend zu ändern begann.

Einen ersten, sehr unterhaltsamen Vorgeschmack zur Literatur der Epoche geben die Kinderbuchklassiker dieser Zeit, wie z.B. „Der Wind in den Weiden“ von Kenneth Grahame oder „Der kleine Lord“ von Frances Hodgson Burnett.

Sie wurden genau wie die Romane von E.M. Forster mehrfach verfilmt. Gerade Forsters „Zimmer mit Aussicht“, „Wiedersehen in Howards End“ und „Maurice“ verschaffen einen guten Einblick die Spielregeln der wohlhabenden Gesellschaft. Ganz zu schweigen von zahllosen britischen Serien, allen voran „Das Haus am Eaton Place“ und „Downtown Abbey“.

Im Gegensatz zu den Briten, die diesem Teil ihrer eigenen Geschichte bereits seit Jahren unzählige Romane, Sachbücher und Filme widmen, haben deutsche Autoren diese Epoche bisher eher gemieden. Wer sich dennoch in die Zeit und die Welt eines englischen Herrenhauses einlesen möchte, könnte das mit folgenden Büchern tun: